Ude, Kubicki und Kraft zu Gast in Satiresendungen

Horst Seehofer schlägt Stefan Raab als einen der Interviewer beim TV-Kanzlerduell vor. Peer Steinbrück will erst nicht, fürchtet die Bagatellisierung der ernsten Politik und muss  nachgeben, als die Kanzlerin zustimmt. Christian Ude, SPD-Spitzenkandidat in Bayern gegen Seehofer, geht zu Frank Markus Barwasser alias Erwin Pelzig in die Talkshow und Hannelore Kraft, SPD-Ministerpräsidentin in NRW, ist Gast in der satirischen „heute show“ des ZDF. Gut so, Politik muss da hin, wo die Menschen sind. Aber es gibt Grenzen.

Sehenswert sind die Auftritte sowohl von Christian Ude als auch von Hannelore Kraft. Die beiden SPD-Leute beweisen nicht nur Humor, sondern auch Schlagfertigkeit. Sie sind TV-kompatibel und werden daher gern eingeladen. Sie können Statements abgeben für kurze O-Töne, sie sind wichtig in ihrer Partei, ihre Ansichten haben Gewicht. Es gibt in allen Parteien solche Talente, aber weil sie so rar sind, sieht man sie halt immer wieder „auf dem Schirm“. Wer bedächtiger abwägt, weniger zuspitzt, für den ist der Politikbetrieb immer schwieriger.

Der Politikbetrieb wird immer kurzatmiger. Das muss man mit Blick auf die Demokratie bedauern, denn nur weniges ist Schwarz oder Weiß und lässt sich in 1'30 abhandeln. Wenn es gelingt, mehr Menschen mit neuen Sendeformaten zu erreichen, dann werden Politiker diese Möglichkeiten trotzdem nutzen. Aber der Schuss kann auch nach hinten losgehen. Versprecher, ungeschickte Gesten und schlecht sitzende Krawatten spießen jene lockeren TV-Leute morgen gerne auf – auch wenn sie heute freundlich einladen.

Hannelore Kraft bekam von den Karnevalisten in Mühlheim an der Ruhr die „Spitze Feder 2011“. Im folgenden Jahr ging der Preis an Oliver Welke von der „heute show“. Krafts NRW-SPD stellte ein Video mit der Spitzengenossin bei Youtube ein, in dem sie zu Ihrem Nachfolger Stellung nimmt. Sie spricht ohne Schnitt – wie ein TV-Satire-Profi.