„Digitaler Radiergummi“ vorgestellt – leider nur für Fotos

Digitaler Radiergummi - vorerst nicht für Texte (Bild: Schellbach)Das Verbraucherschutzministerium will Fotos in Sozialen Netzwerken wie Facebook mit einem Verfallsdatum versehen, meldete dpa. Der Saarbrücker Informatiker Prof. Michael Backes hat in Berlin die Software „X-pire!“ vorgestellt, die Bilder nach einer bestimmten Zeit mit einer Art „digitalem Radiergummi“ unsichtbar machen soll.

 

Glückwunsch, Herr Professor! Ihnen ist es mit dem Ministerium gelungen, ein IT-Thema mit einem einprägsamen Sprachbild in die Öffentlichkeit zu tragen. Unter einem „digitalen Radiergummi“ kann man sich leicht etwas vorstellen. Und das Anliegen ist durchaus ernst, denn das Internet vergisst nichts. Aber kritischen Facebook- und Flickr-Nutzern hilft das Programm nur teilweise. Es macht die Profilfotos unsichtbar, ein Verfallsdatum benötigen jedoch die Profile selbst, vielleicht auch uralte Einträge in Diskussionsforen.

Der Preis für das Zusatzprogramm für den Internet-Browser Firefox soll sich nach der Anzahl der mit Verfallsdatum versehenen Fotos oder nach der Nutzungsdauer richten. Der Professor an der Universität des Saarlandes räumte ein, dass das Programm keinen Schutz gegen Screenshots bietet, während die Bilder sichtbar sind.