Lidl & Co: Große Händler sorgen für große Quote bei der ARD

Wie sieht es aus hinter den Kulissen des Handels? Das interessiert Journalisten und Verbraucher immer wieder. Gewerkschaften klagen über schlechte Arbeitsbedingungen, Warentester bemängeln die Qualität von Artikeln und Mediziner warnen vor Schadstoffen. Schlagzeilen sind schnell geschrieben und dann ist der Schaden für den Handel groß. Die ARD blickte zur besten Sendezeit hinter die Kulissen – und erreichte damit eine tolle Quote.

Über sechs Millionen Fernsehzuschauer verfolgten Anfang Januar in der ARD den „Lidl-Check“. „Der Spielgel“ bezeichnete die Resonanz als „Sensationsquote“ für eine Dokumentation im Fernsehen. Unmittelbar nach der 20-Uhr-Tagesschau widmete sich die ARD in der Reihe „Markencheck“ den Marktführern im Handel: Lidl, McDonald's, H&M, Media-Markt. Die jeweils vier Check-Kriterien variierten je nach Handelssparte, aber stets mit dabei: die Fairness, meist gegenüber den Mitarbeitern, ansonsten gegenüber den Produzenten in der Dritten Welt. Ähnlich war es auch beim Vorläufer im WDR mit Ikea (11,7 Prozent Einschaltquote), Ferrero, Aral und Aldi. Das Test-Urteil: Der Umgang vieler großer Händler mit den Mitarbeitern ist „verbesserungswürdig“.

Die Sendungen sind auch Wochen oder Monate nach der Ausstrahlung sehenswert. Sie zeigen: Die Öffentlichkeit nimmt wahr, wie fair ein Unternehmen ist. Fairer Einkauf und fairer Umgang mit den Mitarbeitern ist den Verbrauchern zwar wichtig, aber mehr zahlen wollen dafür nur wenige. Trotzdem sollte der Handel mit den Mitarbeitern nicht nach Belieben umspringen.

Wie wichtig das Image ist, musste Schlecker erfahren. Ein Grund – unter mehreren – für den Niedergang des Drogerie-Discounters ist gewiss auch die anhaltende öffentliche Kritik am Arbeitgeber Schlecker. Die Medien berichteten stets ausführlich, wenn irgendwo eine Filialen über Nacht geschlossen und mit leicht verändertem Logo, euer Firmierung und neuen, schlechteren Arbeitsverträgen wieder eröffnet hat.