Redaktion René Schellbach

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Wieder geht eine bedeutende Tageszeitung den Bach runter. Die Müncher „Abendzeitung“ hat Insolvenz angemeldet. Und fast zur gleichen Zeit diese Meldung aus Hamburg: „Die Zeit“ hat 2013 ein Rekordergebnis eingefahren. Wie passt das zusammen?

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit einem Medienurteil für Klarheit gesorgt. Verlage müssen von einem Unternehmen bezahlte Artikel deutlich mit dem Wort „Anzeige“ kennzeichnen. „sponsored by“ reicht nicht. Damit wird die scharfe Trennung zwischen redaktionell recherchierten Artikeln und bezahlten Inhalten gestärkt. Das Urteil hat große Bedeutung über den entschiedenen Einzelfall hinaus.

Carsten Knop, Ressortleiter Unternehmen der FAZ, hat in Baden-Baden einen geistreichen Vortrag über die Zukunft des Journalismus gehalten. Er meint: Die Leser waren noch nie so gut informiert, bevor sie einen Artikel lesen, die Journalisten geraten immer mehr unter Druck. Aber damit eröffnen sich auch neue Möglichkeiten.

Einen kritischen Blick auf die Freiheit des Journalismus wirft das ZDF-Fernsehmagazin „Frontal 21“. Seit Nixon, sagt ein US-Journalist, habe keine US-Regierung die Pressefreiheit so sehr eingeschränkt wie die Regierung Obama. „Auch in Deutschland suchen die Behörden unerbittlich nach Verrätern, wenn etwas aus dem Regierungsapparat durchsickert“, meinen die ZDF-Reporter. Harte Worte – und zahlreiche Beispiele.

Suchtreffer bei GoogleSuchmaschinenoptimierung sorgt dafür, dass bei Anfragen von Internet-Nutzern an eine Suchmaschine die eigene Firma weit oben in der Liste platziert wird. Die wichtigste Suchmaschine ist längst Google. Und damit bestimmt Google die Regeln, nach denen die Treffer angezeigt werden. Dafür sorgen geheime Algorithmen – und mache Tricks zur Search Engine Optimization, kurz SEO. Doch solche Tricks können böse enden. Expedia ist gerade ein warnendes Beispiel.

WDR-Polizistinnenmord kleinSeit 2007 schreiben die deutschen Medien über den „Polizistinnenmord“ von Heilbronn. Auch jetzt wieder, in der Berichterstattung über den NSU-Prozess. Dabei geht es „nur“ um den Mord an einer Polizistin. Das ist schlimm genug. Schlimm ist aber auch die journalistische Schlampigkeit.

 

 

Sale-Schild bei SixMit großen Prozent-Zeichen machen viele Händler auf ihre Sonderverkaufsaktionen aufmerksam. Und als Freund der deutschen Sprache muss man leider feststellen, dass der Begriff „Sale“ immer öfter in der Werbung auftaucht. Der Modeschmuck-Filialist Six treibt es auf die Spitze: Sechs Sprachen zeigt das Plakat im Schaufenster – aber Deutsch ist nicht dabei.

Werbung soll verkaufen, aber noch verkaufsfördernder ist eine „gute Presse“. Besonders heiß umworben sind Motorjournalisten. Sie berichten über ihre Autotests und dabei überlassen die Hersteller möglichst wenig dem Zufall. Aus einer aktuellen Stellenanzeige von Mazda kann man lesen, was alles getan wird für eine positive Berichterstattung.

„Mister History“, Guido Knopp, ist abgetreten. Sein Stellvertreter Stefan Brauburger wurde Chef der Zeitgeschichte im ZDF. Knopp machte Geschichte für breite Schichten zugänglich, doch was sich jetzt abzeichnet, ist eine Verflachung des Niveaus. Der Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier hat zu dem Thema alles geschrieben, was zu sagen, zu beklagen ist.

Axel Springer macht wieder Schlagzeilen im Medien-Business. Vier Monate nach dem Verkauf von Regionalzeitungen und Programmzeitschriften nutzt der Verlag sein Finanzpolster und kauft den Fernsehsender N24. Das ist ein Kraftakt, denn von selbst wachsen Print und Digital nicht zusammen.