Redaktion René Schellbach

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„Good News are bad news“ – Das gilt wohl nicht mehr. Wir Journalisten sollten umdenken. Wir sind kritische Leute und hinterfragen die Dinge. Doch offenbar übertreiben wir dabei.  Jedenfalls deutet eine neue Forsa-Umfrage in diese Richtung. Vielen Leuten sind die Nachrichten zu negativ.

Screen Landesseite Sachsen-AnhaltSlogan oder Claim heißen die Werbesprüche, die Firmen gern unter ihr Logo drucken. Auf  Deutsch so viel wie „Werbeversprechen“. Sachsen-Anhalt wirbt mit dem Claim „Wir stehen früher auf“. Umfragen zeigen: In Ostdeutschland stehen die Leute morgens tatsächlich früher auf als in den alten Ländern. Aber ist das gut oder schlecht?

„Diese Zeit gehört Dir“ - Unter diesem Motto läuft bei der Bahn gerade eine Aktion, bei der Kunden in Text und Video zeigen können, wie unterschiedlich sie die Zeit beim Bahnfahren nutzen. Ein Video zeigt drei junge Musikerinnen, die im ICE klassische Musik spielen. René Schellbach hat es auf Youtube kommentiert: „So lassen sich engagierte Kunden für Werbezwecke nutzen.“

Eine Umfrage im Auftrag der dpa-Tochter „news aktuell“ zeigt: Etwas mehr als die Hälfte aller Redakteure und Reporter halten Facebook, Twitter & Co. für einen Segen. Fast die Hälfte findet jedoch, der Aufwand rechtfertige nicht den Nutzen. Der Nachrichtendienst „Meedia“ berichtet über die Erhebung, René Schellbach hat sie dort kommentiert.

Die Verlage verlieren Geld, das Internet setzt neue Spielregeln, die Leser wollen mitbestimmen. Wie steht es um die „vierte Gewalt“? Sind Politiker nicht froh über eine Schwächung des Journalismus? Nein, und das hat gute Gründe, sagte Frank-Walter Steinmeier bei der Verleihung der Lead Awards. Zutreffend beschreibt er das „Zusammentreffen von Wirtschafts- und Glaubwürdigkeitskrise“. Die lesenswerte Rede gibt es im Wortlaut im Feuilleton der FAZ.

„Focus“-Herausgeber Helmut Markwort hat bestätigt, dass er für „Focus Online“ als „Moritz Rodach“ über den FC Bayern München berichtet hat. Ein Unternehmenssprecher betonte am Mittwoch, dass Markwort keinem Interessenkonflikt erlegen sei. Markwort gehört dem FC-Bayern-Aufsichtsrat an. So gent das nicht, kommentiert René Schellbach den Vorfall auf kresse.de.

Lesenswertes Essay im Berliner „Tagesspiegel“: Alexander Görlach schreibt sehr klug über unseren Umgang mit Prominenten, die in Ungnade gefallen sind. „Barmherzigkeit wird nicht gewährt. Die Häme aber zerfrisst unser Land, sie gefährdet den Zusammenhalt.“ Sehr gut: „Die Prominenten aus dem Fernsehen haben gewissermaßen kleine Geschwister in den Reihenhaussiedlungen der Republik.“ Wer heraus ragt, wird bewundert – und hat Neider. Die sind hart, aber unfair. Die Kritik betrifft nicht nur Journalisten, sondern uns alle. Hier geht es zum Artikel.

Coca-Cola bei Wikipedia suchenWikipedia ist eine wichtige Informationsquelle im Internet. Das gilt längst auch für Journalisten. Aber Journalisten haben gelernt, ihre Quellen kritisch zu hinterfragen. Wie Firmen (und Kirchen, Gewerkschaften oder auch Extremisten) heimlich versuchen, an den Wikipedia-Einträgen mitzuschreiben, macht immer mal wieder Schlagzeilen. Coca-Cola schreibt mit einem offiziellen Nutzerkonto. Aber ganz ohne Tricks geht es auch hier nicht.

„Online-Angreifern wie Amazon und Zalando haben die Einzelhändler wenig entgegenzusetzen“, schreibt das „Handelsblatt“. Eine Exklusivstudie zeige, „wo die Wucht der Veränderungen am stärksten ist und wen die Abwanderung der Kunden am härtesten trifft“.René Schellbach hat den Artikel auf handelsblatt.com kommentiert: Schön geschrieben, aber für Fachleute aus dem Handel überhaupt nichts Neues.

Gerüchte verbreiten sich im Internet wie ein Lauffeuer, aber erst wenn sie in den Medien landen, werden sie richtig glaubwürdig. Journalisten müssen dagegenhalten – mit Recherche und guten Quellen. Doch der Zeitdruck ist groß. Wohin es führt, wenn man ungeprüft abschreibt, das zeigt gerade ein 17-jähriger Schüler, der sich bei Twitter als Sportjournalist registrierte. Al Jazeera nannte ihn als Quelle für einen Fußballer-Transfer beim FC Liverpool – und die Meldung ging um die Welt.