Redaktion René Schellbach

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Steinmeier: „Voll auf die Presse“ bedroht unser Gemeinwesen

Die Verlage verlieren Geld, das Internet setzt neue Spielregeln, die Leser wollen mitbestimmen. Wie steht es um die „vierte Gewalt“? Sind Politiker nicht froh über eine Schwächung des Journalismus? Nein, und das hat gute Gründe, sagte Frank-Walter Steinmeier bei der Verleihung der Lead Awards. Zutreffend beschreibt er das „Zusammentreffen von Wirtschafts- und Glaubwürdigkeitskrise“. Die lesenswerte Rede gibt es im Wortlaut im Feuilleton der FAZ.

Schande: Markwort schrieb unter Pseudonym über FC Bayern

„Focus“-Herausgeber Helmut Markwort hat bestätigt, dass er für „Focus Online“ als „Moritz Rodach“ über den FC Bayern München berichtet hat. Ein Unternehmenssprecher betonte am Mittwoch, dass Markwort keinem Interessenkonflikt erlegen sei. Markwort gehört dem FC-Bayern-Aufsichtsrat an. So gent das nicht, kommentiert René Schellbach den Vorfall auf kresse.de.

„Wie die Häme unser Land zerfrisst“

Lesenswertes Essay im Berliner „Tagesspiegel“: Alexander Görlach schreibt sehr klug über unseren Umgang mit Prominenten, die in Ungnade gefallen sind. „Barmherzigkeit wird nicht gewährt. Die Häme aber zerfrisst unser Land, sie gefährdet den Zusammenhalt.“ Sehr gut: „Die Prominenten aus dem Fernsehen haben gewissermaßen kleine Geschwister in den Reihenhaussiedlungen der Republik.“ Wer heraus ragt, wird bewundert – und hat Neider. Die sind hart, aber unfair. Die Kritik betrifft nicht nur Journalisten, sondern uns alle. Hier geht es zum Artikel.

Firmen „verbessern“ Einträge bei Wikipedia

Coca-Cola bei Wikipedia suchenWikipedia ist eine wichtige Informationsquelle im Internet. Das gilt längst auch für Journalisten. Aber Journalisten haben gelernt, ihre Quellen kritisch zu hinterfragen. Wie Firmen (und Kirchen, Gewerkschaften oder auch Extremisten) heimlich versuchen, an den Wikipedia-Einträgen mitzuschreiben, macht immer mal wieder Schlagzeilen. Coca-Cola schreibt mit einem offiziellen Nutzerkonto. Aber ganz ohne Tricks geht es auch hier nicht.

Handel versus Online – Schon wieder eine Studie

„Online-Angreifern wie Amazon und Zalando haben die Einzelhändler wenig entgegenzusetzen“, schreibt das „Handelsblatt“. Eine Exklusivstudie zeige, „wo die Wucht der Veränderungen am stärksten ist und wen die Abwanderung der Kunden am härtesten trifft“.René Schellbach hat den Artikel auf handelsblatt.com kommentiert: Schön geschrieben, aber für Fachleute aus dem Handel überhaupt nichts Neues.

Wie ein Schüler via Twitter Sportjournalisten narrte

Gerüchte verbreiten sich im Internet wie ein Lauffeuer, aber erst wenn sie in den Medien landen, werden sie richtig glaubwürdig. Journalisten müssen dagegenhalten – mit Recherche und guten Quellen. Doch der Zeitdruck ist groß. Wohin es führt, wenn man ungeprüft abschreibt, das zeigt gerade ein 17-jähriger Schüler, der sich bei Twitter als Sportjournalist registrierte. Al Jazeera nannte ihn als Quelle für einen Fußballer-Transfer beim FC Liverpool – und die Meldung ging um die Welt.

„Abendzeitung“ ist pleite, „Die Zeit“ so erfolgreich wie nie

Wieder geht eine bedeutende Tageszeitung den Bach runter. Die Müncher „Abendzeitung“ hat Insolvenz angemeldet. Und fast zur gleichen Zeit diese Meldung aus Hamburg: „Die Zeit“ hat 2013 ein Rekordergebnis eingefahren. Wie passt das zusammen?

BGH: Bezahlte Artikel sind „Anzeige“ – Pressearbeit wird wichtiger

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit einem Medienurteil für Klarheit gesorgt. Verlage müssen von einem Unternehmen bezahlte Artikel deutlich mit dem Wort „Anzeige“ kennzeichnen. „sponsored by“ reicht nicht. Damit wird die scharfe Trennung zwischen redaktionell recherchierten Artikeln und bezahlten Inhalten gestärkt. Das Urteil hat große Bedeutung über den entschiedenen Einzelfall hinaus.

Journalismus und die neue Macht der Leser

Carsten Knop, Ressortleiter Unternehmen der FAZ, hat in Baden-Baden einen geistreichen Vortrag über die Zukunft des Journalismus gehalten. Er meint: Die Leser waren noch nie so gut informiert, bevor sie einen Artikel lesen, die Journalisten geraten immer mehr unter Druck. Aber damit eröffnen sich auch neue Möglichkeiten.

Pressefreiheit: Deutschland muss Informanten besser schützen

Einen kritischen Blick auf die Freiheit des Journalismus wirft das ZDF-Fernsehmagazin „Frontal 21“. Seit Nixon, sagt ein US-Journalist, habe keine US-Regierung die Pressefreiheit so sehr eingeschränkt wie die Regierung Obama. „Auch in Deutschland suchen die Behörden unerbittlich nach Verrätern, wenn etwas aus dem Regierungsapparat durchsickert“, meinen die ZDF-Reporter. Harte Worte – und zahlreiche Beispiele.